Horst Ripa Stiftung "Humane Arbeitswelt"
Dr. Hans Udo Schneider
Zeichner für mehrere Autoren

Horst Ripa Stiftung "Humane Arbeitswelt"

  1. Anlass und Motivation
  2. Zweck und Zielsetzung
  3. Aufgaben der Stiftung
  4. Aufbau und Organisation
  5. Zur Person des Stifters


zu 1. Anlass und Motivation

Anlässlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres wurde von dem Dorstener Steuerberater Horst Ripa die Stiftung "Humane Arbeitswelt" ins Leben gerufen. Horst Ripa, der sich seit mehr als 30 Jahren mit Fragen der Mitarbeitermotivation auseinandersetzt, sieht aufgrund der wachsenden Kälte in der Arbeitswelt die Notwendigkeit, das Thema "Humane Arbeit" mit unserer zukunftsorientierten Gesellschaft zu verknüpfen.

Den finanziellen Grundstock für die Stiftung hat Horst Ripa mit eigenen Einlagen erbracht. Darüber hinaus sind sämtliche Geschenke anlässlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Form von Geldspenden und Geldzuwendungen in die Stiftung eingebracht worden.

Die Stiftung Horst Ripa "Humane Arbeitswelt" wird als eigenständige Fondsstiftung bei der "Stellwerk - Evangelische Gemeinschaftsstiftung" geführt. Für die Verwaltung der Stiftung fallen keine Kosten an. Die Verwaltung erfolgt entgeltlos durch die Evangelische Kirche. Die Stiftung will sich kritisch mit unserer gegenwärtigen maroden Arbeitswelt auseinandersetzen. Geldspenden bitte auf das Konto

Kirchenkreis Gladbeck/Bottrop/Dorsten
Evang. Darlehensgenossenschaft Münster
BLZ 400 601 04 / Konto 106201 / Sonderfonds Ripa

Selbst kleinste Spenden dienen dem Zweck der Stiftung. Für Spenden über € 50,-- wird eine ab diesem Betrag von der Finanzverwaltung geforderte Spendenbescheinigung ausgestellt.

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zu 2. Zweck und Zielsetzung

Die Stiftung will zeichenhaft der zunehmenden Inhumanität unserer fast ausschließlich materiell orientierten Gesellschaft entgegenwirken. Die Arbeitswelt steht für diese Prozesse exemplarisch. Ethische Werte, die für die Motivation arbeitender Menschen grundlegend sind, haben sich in den letzten vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr verflüchtigt. Darüber klagen bekanntlich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. "Es ist kälter geworden in unserer Welt", betonte Ernst Ulrich von Weizsäcker anlässlich des Neujahresempfangs des Kirchenkreises Gladbeck/Bottrop/Dorsten im Dezember 2001.

Die soziale Marktwirtschaft mit ihren Eckpfeilern Freiheit und Gerechtigkeit steht auf dem Spiel. Die verantwortlichen Akteure in unserer Gesellschaft allein sind nicht mehr in der Lage, einen Grundkonsens zur nachhaltigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu finden. Unsere bisherigen sozialen Sicherungssysteme der überkommenen Industriegesellschaft sind nicht mehr tragfähig. Zukunftsweisende Reformen in der Bildungspolitik sind versäumt worden. Der nachwachsenden Jugend fehlen zweifellos Vorbilder aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wir erkennen auf diesem Hintergrund Zukunftsängste und eine Desorientierung in unserer Gesellschaft.

Die Stiftung will beispielhaft aufzeigen, dass sowohl Mut und Zivilcourage aber auch soziale Verantwortung im Wirtschafts-, Berufs- und Privatleben unverzichtbar für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sind. Den Menschen in unserem Land muss bewusst werden, dass letztlich jeder Staat von der Bereitschaft zur gesellschaftlichen Mitverantwortung seiner Bürger und Bürgerinnen lebt. Persönliches Anspruchsdenken muss sich dem Gemeinsinn unterordnen. Unser Staat braucht daher Strukturen, die jedem Einzelnen die verantwortliche Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen. Insbesondere der Arbeitswelt und dem Bildungssystem kommen dabei Schlüsselfunktionen zu.

Solidarisches Handeln und Gemeinsinn schließen die Verantwortung für die kommenden Generationen mit ein. Wir haben nicht das Recht, auf Kosten der Kinder und Kindeskinder zu wirtschaften, Ressourcen zu verbrauchen, Schulden zu machen und die Umwelt zu belasten. Hiermit ist das Prinzip der Nachhaltigkeit angesprochen, die Verantwortung für Mensch und Natur.

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zu 3. Aufgaben der Stiftung

Bereits in den 70er Jahren hat Horst Ripa mit Partnern Aktivitäten zur Humanen Arbeit unter dem Stichwort "Humanisierung der Arbeitswelt" organisiert. Es wurden diesbezogene Kontakte zur Landes-, Bundesregierung und zu führenden Politikern und Politikerinnen aufgenommen, die sich mit den Aktivitäten solidarisch erklärten, Türen öffneten und in Podiumsdiskussionen eingebunden wurden. Ein mit diesen Aktivitäten verbundenes Thema galt insbesondere auch der Arbeitsplatzsicherung in deutschen Unternehmen.

Die Stiftung wird sich auf dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Bedingungen neu mit der Thematik "Humane Arbeitswelt" beschäftigen müssen. Es ist beabsichtigt, Tagungen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen mit Arbeitnehmer/innen und Unternehmer/innen durchzuführen. Politiker/innen, Wissenschaftler/innen, Verbände und Berufsorganisationen der Arbeit werden aufgefordert, mit eigenen Impulsen die Diskussion zum Thema "Humane Arbeit" zu beleben. Eine Gesellschaft, die sich mit modernsten Technologien darstellt, muss auch entsprechende Antworten finden, wie Menschen unter diesen Bedingungen leben und arbeiten sollen.

Die Stiftung "Humane Arbeitswelt" wird in dem hier skizzierten Rahmen Forschungsarbeiten nachhaltig fördern und in Auftrag geben. Sie wird des Weiteren jährlich einen Förderpreis an ein Unternehmen der mittelständischen Wirtschaft vergeben. Ausgezeichnet werden solche Unternehmen, die beispielhaft Kriterien der Humanisierung der Arbeitswelt im betrieblichen Alltag realisieren.

Das der Stiftung zugrunde liegende Thema "Humane Arbeit" soll zu einem unübersehbaren Begriff für unsere Gesellschaft werden.

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zu 4. Aufbau und Organisation

Die Stiftung wird durch einen unabhängigen Vorstand verwaltet. Eine bedeutende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens wird der Gesellschaft als Schirmherr vorstehen. Über die Aktivitäten der Stiftung, durchzuführende Aufgaben und über die Mittelverwendung entscheidet ein Kuratorium. Die Mittelverwendung bedarf der Genehmigung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.

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zu 5. Zur Person des Stifters

Der Steuerberater Horst Ripa ist in Dorsten geboren. Nach einer Ausbildung und mehrjähriger Tätigkeit bei einer Dorstener Körperschaft begann er im Jahre 1960 eine eigenständige Tätigkeit im steuerberatenden Beruf als Einzelunternehmer in der Lippestadt. Der Blick "über den eigenen Tellerrand" zeichnete von Anfang an eine vielseitige und verantwortungsbewusste Tätigkeit des Horst Ripa aus. Durch außergewöhnliche Leistungsbereitschaft, ergänzt durch vielschichtige soziale Engagements, gelang es ihm, das Dorstener Büro unter partnerschaftlicher Einbindung von engagierten Beschäftigten aus der eigenen Praxis auf einen Mitarbeiterstamm von nahezu 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszuweiten. Zählt man die zahlreichen weiteren sozialen Tätigkeitsfelder hinzu, umfasst die Unternehmensgruppe Ripa, Woltsche + Partner inzwischen annähernd 90 Mitarbeiter.

Hervorzuheben und von Bedeutung ist auch das in 1990 begonnene Engagement der Sozietät in Dorstens Partnerstadt Hainichen. Die Sozietät betreibt in beiden Städten Beratungspraxen. Für die Menschen der Partnerstadt ist das Engagement der Sozietät Ripa ein wichtiges Zeichen der Verbindung und der Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland.

Das breit angelegte gesellschaftspolitische Engagement von Horst Ripa erhielt bereits in den 70er Jahren konkrete Konturen. Mitte der 70er Jahre gründete er mit dem Unternehmensberater und Soziologen Dr. Horst Grothus die Firma Dorstener RBZ GmbH, die u.a. in ihrer Satzung die Mitarbeitermotivation und Fragen der Humanisierung der Arbeitswelt festgeschrieben hatte. Zu den Partnern in diesem wichtigen Arbeitsfeld zählten u.a. der ehemalige Bundestagsabgeordnete spätere hessische Wirtschaftsminister und heutige Hochschullehrer Dr. Ulrich Steger. Wichtige Gesprächspartner waren neben zahlreichen Landes- und Bundespolitikern aller Parteien auch der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Horst Ripa und seinen Mitstreitern gelang es, Kriterien zur Humanisierung der Arbeitswelt zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Das eigene Unternehmen steht dafür als Beispiel. In diesem Rahmen engagierte sich Horst Ripa selbstlos und uneigennützig für die Sicherung von Arbeitsplätzen in Not geratener Betriebe. In der heute arbeitswissenschaftlichen Diskussion lassen sich diese Ansätze im Konzept des "stakeholder" Modells, das im deutlichen Kontrast zum "shareholder" System steht, wiederfinden.

Horst Ripa ist u. a. seit vielen Jahren auch Mitglied des Sozialausschusses des Kirchenkreises Gladbeck/Bottrop/Dorsten. Sein Rat wird in vielen Gremien geschätzt. Er ist seit 44 Jahren verheiratet, Vater zweier Töchter, eines Sohnes und Großvater von zwei Enkelkindern. Seine drei Kinder sind außerhalb des väterlichen Unternehmens erfolgreich berufstätig tätig. Auch hier imponiert eine außergewöhnliche Entscheidung des Horst Ripa und seiner Ehefrau. Schon während des Schulalters vereinbarten sie mit ihren Kindern, dass diese sich unabhängig von der beruflichen Tätigkeit ihrer Eltern eigenständige berufliche Existenzen aufbauen sollten, um damit auch ihre persönliche Leistungskraft unter Beweis stellen zu können. Ein anderes Prinzip fördert Partnerschaften mit Arbeitnehmern im eigenen Unternehmen. So sind Partnerschaften im Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Horst Ripa ausschließlich verantwortungsbewussten und bewährten Mitarbeitern aus der eigenen Praxis angeboten worden. Diese Zielsetzung der Partnerschaftsbildung mit eigenen Mitarbeitern wird auch noch heute im Hause Ripa, Woltsche + Partner verfolgt.

Horst Ripa hat seine bisherige berufliche Tätigkeit auch mit 70 Jahren noch nicht eingestellt. Er führt seine Aufgaben in der Steuerberatungspraxis mitverantwortlich weiter. Die Sozietätspartner Alfred Woltsche, Volker Brieskorn, Mathias Sprick und die Mitarbeiter des Hauses und seine Familie werden ihrerseits die Engagements und Aktivitäten zur Humanisierung der Arbeitswelt unterstützend begleiten.

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im Januar 2002
Sch 3006
Dr. Hans Udo Schneider

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